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Bagatellschaden

  • Bagatellschäden sind Schäden, die von einem Laien eindeutig als solche diagnostiziert werden können.
  • In diesem Zusammenhang weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass bei der Konstruktion der Fahrzeuge neueren Datums durch die Verwendung von Kunststoffteilen im Aufprallbereich, Schäden hinter diesen Kunststoffteilen meistens nicht erkennbar sind. Bei äußerlich sehr geringem Schadenbild ergeben sich nicht selten nach genauerer Überprüfung Schadenhöhen von mehreren tausend €. In vielen Fällen ist ohne die Demontage von Anbauteilen das ganze Ausmaß des Schadens kaum feststellbar. Sollten Sie Zweifel an der Schadenhöhe haben, so helfen wir Ihnen gerne weiter.
  • Der BVSK empfiehlt ein Gutachten ab einer Schadenhöhe von € 700,00 (incl. Mehrwertsteuer) erstellen zu lassen.

Haftpflichtschaden

  • Im Haftpflichtschadensfall ist der Unfallverursacher verpflichtet, dem Unfallopfer gemäß § 249 BGB den Schaden zu ersetzen, den er unfallbedingt erlitten hat. Der Unfallgeschädigte ist so zu stellen, wie er stehen würde, wenn der Unfall nicht eingetreten wäre. Im Haftpflichtschadenfall tritt Kraft Gesetzes an die Stelle des Schädigers, die Haftpflichtversicherung des Unfallbeteiligten (§ 3 Pflichtversicherungsgesetz). Beim Haftpflichtschadensfall werden Schadenersatzansprüche geltend gemacht.
  • Hiervon klar zu unterscheiden, sind vertragliche Ansprüche aus der eigenen Kaskoversicherung.

Kaskoschaden

  • Im Kaskoschadensfall hat der Versicherungsnehmer bei einem selbst verschuldeten Unfall gemäß den Versicherungsbedingungen Anspruch auf Ersatz der unfallbedingten Schäden. Es handelt sich hier ausschließlich um vertragliche Ansprüche, die streng zu trennen sind von den Schadenersatzansprüchen im Haftpflichtschadensfall. Die Höhe der Ersatzleistung richtet sich stets nach den Versicherungsbedingungen (Kaskobedingungen). In der Regel hat der Versicherungsnehmer eine Selbstbeteiligung zu tragen.

Nutzungsausfall

  • Der Geschädigte, der kein Ersatzfahrzeug anmietet, hat grundsätzlich Anspruch auf Geldentschädigung im Sinne von § 249 Abs. 2 BGB für die Entziehung der Nutzungsmöglichkeit seines beschädigten Pkw`s. Die Höhe der Nutzungsausfallentschädigung bemisst sich u. a. nach der Reparaturdauer. Der konkrete Tagessatz kann bspw. der Nutzungsausfallentschädigungstabelle "Sanden, Danner, Küppersbusch" entnommen werden.

Restwert

  • Zur Definition des Restwertes hat der BGH bereits am 04.06.1993 entschieden, dass der Geschädigte bei Ausübung der Ersetzungsbefugnis des § 249 Abs. 2 BGB die Veräußerung seines beschädigten Kraftfahrzeugs grundsätzlich zu demjenigen Preis vornehmen darf, den ein von ihm eingeschalteter unabhängiger Sachverständiger als Wert auf dem allgemeinen Markt ermittelt hat. Auf höhere Ankaufpreise spezieller Restwertaufkäufer muß der Geschädigte sich in aller Regel nicht verweisen lassen.
  • Den Restwert ermittelt demnach ein unabhängiger Sachverständiger unter Berücksichtigung des konkreten Schadenbildes und regionaler Marktgegebenheiten.

Restwertveräußerung

  • Bei einer Vielzahl von Straf- und Zivilprozessen hat sich in der Vergangenheit herausgestellt, dass sehr oft gestohlene unfallfreie Kraftfahrzeuge durch Umfrisieren der Fahrgestellnummer mit der Identität (Fahrgestellnummer/KFZ-Brief) stark verunfallter Fahrzeuge versehen worden sind.
  • Die eigentlichen Unfallfahrzeuge wurden anschließend ausgeschlachtet und die fahrgestellnummerlose Karosserie eingestampft.
  • Eine weitere Variante der unseriösen Unfallfahrzeugverwertung ist die, dass man sogenannte Totalschäden, bei denen erhebliche Deformationen an tragenden Teilen der Karosserie und / oder des Fahrwerkes vorliegen, grobschlächtig und unfachmännisch im Rahmen einer Billigstreparatur zurückverformt, wonach dann vielfach Knicke, Risse und Stauchungen durch Unterbodenschutz und Spachtelmasse verdeckt werden.
  • Die aufgezeigten Verwertungsmöglichkeiten machen deutlich, dass es ratsam und nahezu erforderlich ist, ein stark verunfalltes Fahrzeug nach seiner Wiederherstellung einer umfangreichen technischen Überprüfung zu unterziehen.
  • Auf Betreiben der Versicherungswirtschaft wurde vor einigen Jahren das sogenannte „Essener Modell" favorisiert.
  • Nach diesem Modell sollten alle erheblichen Unfallschäden, die nicht nachweislich in einer Fachwerkstatt repariert worden sind, den jeweils zuständigen Straßenverkehrsämtern gemeldet werden, die wiederum eine entsprechende Überprüfung vornehmen sollten.
  • Dieses „Essener Modell" fand in seiner Anfangsphase leider nur vereinzelt Anwendung und wird heute nicht mehr praktiziert.
  • Um der unseriösen und kriminellen Verwertung verunfallter Fahrzeuge vorzugreifen, ist es ratsam, dann den KFZ-Brief vor dem Verkauf des Schrottfahrzeuges vom zuständigen Straßenverkehrsamt entwerten zu lassen, wenn die Reparaturkosten nahezu den Wiederbeschaffungswert erreichen oder sogar übersteigen.
  • Für die Wiederzulassung eines Fahrzeuges mit einem entwerteten KFZ-Brief ist eine sogenannte Vollabnahme durch einen amtlich anerkannten Sachverständigen erforderlich.
  • Eine sorgfältig vorgenommene Vollabnahme ist sodann eine Gewähr dafür, daß das verunfallte Fahrzeug ordnungsgemäß und vollständig in bezug auf sicherheitstechnisch relevante Baugruppen ordnungsgemäß wiederhergerichtet worden ist.
  • Da eine solche Vollabnahme ca. 100,- € kostet, kann sich der entwertete KFZ-Brief bei der Veräußerung des Unfallfahrzeuges an einen seriösen Restwertaufkäufer kaum merklich negativ bemerkbar machen.
  • Um dem Betrug mit verunfallten Fahrzeugen Einhalt zu gebieten und sich u. U. später viel Ärger zu ersparen, ist es ratsam, vor der Veräußerung stark verunfallter Fahrzeuge beim zuständigen Straßenverkehrsamt den KFZ-Brief entwerten zu lassen und das verunfallte Fahrzeug mit der Bezeichnung: Totalschaden ohne jegliche Gewährleistung und Garantiezusage zu veräußern.

Totalschaden

  • Von einem Totalschaden spricht man, wenn die Wiederherstellung des beschädigten Fahrzeuges entweder nicht möglich (technischer Totalschaden) oder dem Geschädigten nicht zumutbar ist (unechter Totalschaden) oder unwirtschaftlich ist (wirtschaftlicher Totalschaden).
  • Der Anspruch auf Wiederherstellung verwandelt sich dann in einen Anspruch aus Geldersatz.
  • Technischer Totalschaden liegt vor bei völliger Zerstörung des Fahrzeugs oder bei Unmöglichkeit der Reparatur aus technischen Gründen.
  • Der wirtschaftliche Totalschaden liegt vor, wenn unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Gegebenheiten nicht mehr von Reparaturwürdigkeit gesprochen werden kann.
  • Von einem unechten Totalschaden spricht man, wenn dem Geschädigten die Reparatur nicht zugemutet werden kann, obwohl die Summe aus Minderwert und Reparaturkosten geringer ist als die Differenz zwischen Wiederbeschaffung und Restwert.

Wertminderung (merkantiler Minderwert)

  • Der Minderwert ist ein erstattungsfähiger Schaden, der damit begründet wird, dass ein Unfallwagen im Falle eines späteren Verkaufs einen geringeren Erlös erzielen kann, als vergleichbare Fahrzeuge ohne Vorschäden.
  • Der Minderwert wird durch einen unabhängigen Sachverständigen im Gutachten gesondert ausgewiesen.
  • Auch nach dem 5. Betriebsjahr bzw. einer Laufleistung von mehr als 100.000 km kann ein auszugleichender Minderwert feststellbar sein.

Wiederbeschaffungswert

  • Der Wiederbeschaffungswert ist der Wert, den der Geschädigte für sein eigenes Fahrzeug vor dem Unfall bei einem seriösen Händler hätte aufwenden müssen. Der Sachverständige berücksichtigt bei der Ermittlung des Wiederbeschaffungswertes alle wertbildenden Faktoren sowie die örtliche Marktlage.
  • Der Wiederbeschaffungswert ist stets dann Berechnungsgrundlage, wenn der Geschädigte auf Basis eines Totalschadens abrechnet.